Suche:

Lage
Oberharzer Wasserregal
19-Lachter-Stollen
Heimat- und Hirtenstube
Bergbauernhof
Kirche
Geschichte
13. und 14. Jahrhundert
16. Jahrhundert
Chronik der Bergstadt nach Carl Grothe
I. Der Name ...
II. Landschaftsbild
III. Bergbau vor 1500
Sagen
Traditionen
Impressionen
   

I. Der Name der Bergstadt

Hier geht´s zum
Hundewald Harz!

Die Bergstadt Wildemann verdankt ihren Namen einer bei ihr gelegenen alten Grube, "Wilder Mann" genannt, die ihrerseits wieder diese Bezeichnung nach der mythisch - symbolischen Gestalt des mit Fichtengrün und einer Mooskappe bekleideten Wilden Mannes empfangen hatte.

Vom Wilden Mann erzählt folgende Sage:

"Als die ersten Bergleute in den Harz kamen und von Zellerfeld aus in die Umgegend gingen, um Erze zu suchen, kamen sie auch in das Innerstetal, da, wo jetzt die Bergstadt Wildemann liegt. Die Innerste war gerade hoch gewesen und hatte einige Gänge aufgewaschen. Die fanden die Bergleute. Dabei gerieten sie aber auch auf eine Menschenspur, die im Innersteschlamm zu sehen war. Die Bergleute wussten, dass keine Menschen weiter im Harze waren als sie. Deshalb suchten sie weiter und sahen bald darauf einen Mann und ein Weib in der Nähe der Gänge. Beide liefen nackend, beide hatten Mooskappen auf dem Kopfe und einen Laubgürtel um den Leib. Wenn ihnen die Bergleute nahe kamen, rannten sie fort, so scheu und wild waren sie, und sie verstanden auch nicht, wenn sie gerufen wurden. Oft machten die Bergleute auf die beiden Jagd, doch sie erwischten sie nie. Deshalb gaben sie ihrem Herrn, dem Herzog von Braunschweig, Nachricht davon, und der liess sagen, sie möchten die wilden Menschen fangen, mit Schlingen oder mit Bogen und Pfeil, sie aber am Leben lassen und dann nach Braunschweig schicken. Die Bergleute gaben sich alle mögliche Mühe, die Menschen zu fangen, es misslang aber stets. Endlich verwundeten sie den Mann so, dass er nicht fortkonnte, und dadurch fingen sie ihn. Das war keine Kleinigkeit. Was das für ein Kampf war, kann man gar nicht erzählen. Denn er war gross und stark. Er hatte einen langen, dicken Bart. In der Hand trug er als Waffe einen starken Tannenbaum. Er nährte sich mit seinem Weibe von Beeren und Wildfleisch. Dabei konnten sie furchtbar schnell laufen, waren gelenk wie Eidechsen und stark wie Riesen. Als sie den Wilden Mann gefangen hatten, sollte er arbeiten, er tat's aber nicht. Man fragte ihn, woher er wäre und was er getan hätte, er antwortete aber nicht. Essen und Trinken rührte er nicht an. Er sah nur immer nach der Gegend hin, wo die Gänge waren, als könne er sich nicht davon trennen. Da nun der Mann durchaus stumm war und blieb und auch kein Wort verstehen wollte oder konnte, so schickte man ihn nach Braunschweig zum Herzog. Der Herzog bekam ihn aber nicht zu sehen, denn unterwegs starb er. An diesem Tage gruben die Bergleute an der Innerste das erste Erz auf. Das war sehr reich an Silber. Die erste Grube daselbst wurde „der alte Wildemann“ (später „Ernst August“) genannt."

Wahrscheinlich hatte der Wilde Mann, so lange er lebte, die Gänge taub gemacht. Trotzdem pflanzte man zu seinem Andenken an der Stelle, wo er gefangen worden war, eine Linde, baute sich da an und nannte den Ort Wildemann. Das Bild des Wilden Mannes wurde in das Stadtsiegel aufgenommen. Die Linde steht jetzt noch vor dem Rathaus. Sie ist aber ganz hohl. Darin sind aber drei Junge Linden empor gewachsen, die stützen und erneuern die alte.

(Aus :Fr. Sieber, Harzland - Sagen. Jena 1928. )


Wandern

Wanderkarte

Webcam

Urlaub mit Hund

Hundewald Harz